Zum Inhalt
Die Altersforschung, ohne die Mythen

Ist man zu alt,
um eine Sprache zu lernen?

Nein. Eindeutig begrenzt das Alter nur eines: am Ende nicht mehr von Muttersprachlern zu unterscheiden zu sein. In einer Studie mit 669.498 Teilnehmenden blieb die Fähigkeit, Grammatik zu lernen, bis etwa 17,4 Jahre stabil und sank danach allmählich – ohne Kante bei 30 oder 40 (Hartshorne, Tenenbaum & Pinker, 2018). Jugendliche und Erwachsene machten beim Niederländischlernen in den ersten Monaten die schnellsten Fortschritte, Drei- bis Fünfjährige schnitten am schlechtesten ab (Snow & Hoefnagel-Höhle, 1978). Und Muttersprachler lernen jahrzehntelang Wörter dazu: rund 6.000 zwischen 20 und 60 (Brysbaert et al., 2016).

Alle Zahlen sind am Seitenende belegt

Eine Vokabelkarte auf dem iPhone-Sperrbildschirm in dem Moment, in dem eine gesperrte App geöffnet wird

Was das Alter begrenzt und was nicht

„Kinder saugen Sprachen auf wie ein Schwamm“ und „nach der Pubertät ist das Fenster zu“ gehen beide auf echte Forschung zurück. Gemessen wurde dort aber etwas Engeres als der Spruch: ob jemand am Ende nicht mehr von Muttersprachlern zu unterscheiden ist – beim Akzent, beurteilt von muttersprachlichen Hörern, oder bei der Grammatik, geprüft an kniffligen Sätzen. So gemessen zählt das Alter viel. Gemessen an Lerntempo, Wortschatz oder daran, ob man in der Sprache arbeiten und leben kann, zählt es deutlich weniger.

Die Tabelle trennt diese Ebenen. Jede Zeile ist eine andere Frage; in den ersten drei ist der Alterseffekt stark, in den letzten zwei schwach oder sogar umgekehrt.

Fünf Befunde zu Alter und Fremdsprachenlernen und was jeder für erwachsene Lernende bedeutet
Was gemessen wurdeWas die Studie fandWas das für dich heißt
Grammatik bis ins letzte DetailHartshorne, Tenenbaum & Pinker (2018), 669.498 Englischsprechende: Die Fähigkeit, Grammatik zu lernen, blieb bis etwa 17,4 Jahre erhalten und sank dann; für muttersprachliches Niveau musste man mit etwa 10–12 beginnenWer als Erwachsener anfängt, erreicht kaum eine muttersprachlich identische Grammatik. Der Rückgang nach 17 ist allmählich: Mit 35 steht man kaum schlechter da als mit 25
AkzentFlege, Munro & MacKay (1995), 240 italienische Einwanderer in Kanada: sehr wenige, die nach dem 15. Lebensjahr mit Englisch begannen, lagen im muttersprachlichen Bereich; das Lernalter erklärte 59 % der Unterschiede im Akzent, der Sprachgebrauch weitere 15 %Der Akzent ist die altersempfindlichste Ebene. Er bestimmt, wie du klingst, nicht ob man dich versteht – und wie viel du die Sprache benutzt, verschiebt ihn trotzdem
Unter der Lupe als Muttersprachler durchgehenAbrahamsson & Hyltenstam (2009), 195 spanisch-schwedische Zweisprachige: Von denen, die nach dem 12. Lebensjahr begannen, hielt nur eine kleine Minderheit Hörer für Muttersprachler; bei genauer Prüfung erreichte keiner der Spätstarter auf allen Maßen muttersprachliche WerteUm diese Decke geht es in der Forschung. Sie hängt sehr hoch: Auch von den Frühstartern schafften nur wenige alle Maße
Tempo im ersten JahrSnow & Hoefnagel-Höhle (1978), Englischsprechende beim Niederländischlernen in den Niederlanden: 12- bis 15-Jährige und Erwachsene kamen am schnellsten voran; Drei- bis Fünfjährige schnitten in jedem Test am schlechtesten abErwachsene lernen am Anfang schneller. Sie bringen Lesefähigkeit, Strategien und eine Erstsprache mit, an die sie Neues anknüpfen
WortschatzBrysbaert et al. (2016): Muttersprachler lernen zwischen 20 und 60 rund 6.000 Wörter dazu; Hartshorne & Germine (2015): Wortschatzwerte im Web-Datensatz erreichten ihr Maximum mit etwa 65Wörter sind die Ebene, die das Alter am wenigsten begrenzt – und genau von ihr hängt das meiste Verstehen ab

Lies die ersten drei Zeilen als einen Befund über eine sehr hohe Latte und die letzten zwei als einen eigenen Befund über alles darunter. Der Wortschatz hat eine eigene Seite mit den Zahlen für jedes Niveau: wie viele Wörter braucht man, um eine Sprache zu sprechen?

Drei Fassungen von „dafür bin ich zu alt“

Die Behauptung kursiert in drei Formen, und sie sind nicht gleich wahr. Nur die erste hält den Studien oben stand.

  • Teilweise wahr: Ein Akzent bleibt wahrscheinlich. Flege, Munro und MacKay (1995) fanden, dass Hörer selbst bei manchen, die schon als Kind mit Englisch begannen, einen Akzent hörten; je nach Hörer setzte der Akzent ab einem Lernalter zwischen 3,1 und 11,6 Jahren ein. Wer als Muttersprachler durchgehen will, stößt an eine echte Grenze. Wer verstanden werden will, scheitert nicht am Akzent.
  • Vereinfacht: Kinder lernen schneller. Sie erreichen ein höheres Endniveau, wenn sie in der Sprache aufwachsen – schneller sind sie nicht. In der einjährigen Studie von Snow und Hoefnagel-Höhle (1978) lagen Erwachsene und 12- bis 15-Jährige in den ersten Monaten vorn, Drei- bis Fünfjährige in jedem Test hinten. Kinder gewinnen das lange Rennen durch Jahre der Immersion, die die meisten Erwachsenen ohnehin nie bekommen.
  • Falsch: Mit 25, 30 oder 40 ist Schluss. Keine Studie findet so eine Grenze. Johnson und Newport (1989) testeten 46 Menschen mit Chinesisch oder Koreanisch als Erstsprache, die zwischen 3 und 39 Jahren in die USA gekommen waren: Bei denen, die nach der Pubertät kamen, streuten die Ergebnisse stark und hingen nicht vom Einreisealter ab. In dieser Stichprobe ließ ein Start mit 39 keinen schlechteren Wert erwarten als ein Start mit 17.

Die meisten Erwachsenen bleiben beim Wortschatz hängen, nicht bei Grammatik oder Akzent. Welche Wörter zuerst kommen sollten, steht hier: welche Wörter sollte man zuerst lernen?

Was die Belege mit 18, 25, 30, 40, 50 und 60+ sagen

Gesucht wird nach einem Alter: „Sprache lernen mit 40“, „Englisch lernen mit 50“. Die Forschung arbeitet mit Altersspannen. Diese Tabelle bündelt deshalb die Befunde für jedes Startalter an einer Stelle – auch dort, wo die Datenlage dünn ist.

Was die Forschung über den Start einer neuen Sprache in sechs Erwachsenenaltern sagt, und ein realistisches Ziel für jedes
StartalterWas die Belege sagenEin realistisches Ziel
18Knapp nach dem Punkt bei 17,4 Jahren, ab dem die Fähigkeit zum Grammatiklernen sinkt (Hartshorne et al., 2018). Der Rückgang verläuft allmählich, nicht als AbsturzVolle berufliche Nutzung. Fast muttersprachliche Grammatik ist bei viel Gebrauch möglich, ein perfekter Akzent unwahrscheinlich
25Johnson & Newport (1989): Nach der Pubertät hing das erreichte Niveau nicht vom Einreisealter ab; die Unterschiede lagen bei den Lernenden, nicht beim GeburtsjahrDasselbe wie mit 18. Über das Ergebnis entscheiden Stunden im Gebrauch, nicht drei Lebensjahre mehr
30Hartshorne et al. (2018): Immersionslernende, die Ende 20 begannen, übertrafen am Ende die jüngsten Muttersprachler der StichprobeFlüssige Nutzung im Beruf. Mit einem langen Auslauf rechnen: In dieser Studie brauchten Lernende Jahrzehnte der Immersion, bis ihr Niveau sich einpendelte
40Hartshorne & Germine (2015): Das Arbeitsgedächtnis erreichte sein Maximum um 30, die Wortschatzwerte stiegen nochKürzere, häufigere Einheiten. Weniger aufs Arbeitsgedächtnis setzen, mehr auf Abstände: Ein Wort, das zur richtigen Zeit wiederholt wird, braucht kein junges Gedächtnis
50Brysbaert et al. (2016): Der muttersprachliche Wortschatz wächst weiter, zwischen 20 und 60 um etwa ein neues Wort alle zwei TageEin großer Lese- und Hörwortschatz. Verstehen ist in diesem Alter das stärkste Ziel
60+Wenige Studien lassen Lernende so spät beginnen. Hartshorne & Germine (2015) fanden das Wortschatz-Maximum im Web-Datensatz um 65, die Verarbeitungsgeschwindigkeit dagegen schon Ende der TeenagerjahreLesen, Reisen und Gespräche im eigenen Tempo. Versprechen mit festem Zeitplan mit Vorsicht behandeln: Die Daten sind dünn

Die Zeilen sind keine Treppe sinkender Chancen. Der größte Sprung in den Daten liegt zwischen Kindheit und später Jugend; zwischen den Erwachsenenaltern erklären Stunden im Gebrauch und die Art des Übens mehr als das Geburtsjahr. Die Seite zur täglichen Zeit: wie viele Minuten am Tag braucht man?

Das Alter ändert, wie du lernst, nicht ob

Erwachsene verlieren manches und behalten anderes. Was nachlässt, ist implizites Lernen: Grammatik und Lautmuster aufzunehmen, ohne es zu merken – so kommt ein Kind, das in einer Sprache aufwächst, zu muttersprachlicher Grammatik und Aussprache. Was Erwachsene behalten und oft ausbauen, ist explizites Lernen: lesen, mit der Erstsprache vergleichen, ein Muster erkennen, sobald jemand darauf zeigt. Deshalb liegen Erwachsene in den ersten Monaten vorn (Snow & Hoefnagel-Höhle, 1978), und deshalb kann das Foreign Service Institute der USA Kurse für Erwachsene bis zur beruflichen Kompetenz in festen Wochenzahlen planen.

Der eigentliche Nachteil der meisten Erwachsenen ist die Zeit, nicht das Gehirn. Ein Kind in Immersion hört die Sprache fast den ganzen wachen Tag. Ein Erwachsener mit Job bekommt, was drumherum passt. Hartshorne und Kollegen (2018) schätzten, dass selbst Immersionslernende rund 30 Jahre brauchten, bis sie ihr Endniveau erreichten – das sagt weniger über erwachsene Gehirne als darüber, wie langsam irgendjemand, ob Muttersprachler oder nicht, mit einer Sprache fertig wird.

Die nützliche Frage mit 30, 40 oder 60 lautet also: Wohin gehen deine knappen Stunden? Viele davon gehören dem Wortschatz. Ihn begrenzt das Alter am wenigsten, er entscheidet, wie viel von einem Text oder Gespräch du verstehst, und er reagiert auf verteiltes Wiederholen statt auf Jugend: Verteiltes Üben schlug geballtes in 254 Studien, rund 47 % Behalten gegen 37 % (Cepeda et al., 2006). Kurze Wiederholungen passen auch gut in einen Erwachsenenalltag. Amerikaner nehmen ihr Handy im Schnitt etwa 186-mal am Tag in die Hand (Reviews.org, 2026), und keiner dieser Momente muss geplant werden.

Wie lange es als Erwachsener dauert, nach Sprache

Die besten öffentlichen Zahlen zum Lernen Erwachsener stammen vom Foreign Service Institute der USA, das erwachsene Beschäftigte in Vollzeitkursen bis zur beruflichen Arbeitskompetenz bringt (Stufe 3 der ILR-Skala). Seine offiziellen Angaben für Englischsprechende stehen unten, umgerechnet in Jahre bei 30 Minuten Unterrichtszeit am Tag.

Die Rechnung ist einfach: Unterrichtsstunden × 2 Tage pro Stunde, geteilt durch 365. Gezählt sind nur Unterrichtsstunden; FSI-Teilnehmende lernen zusätzlich etwa 17 Stunden pro Woche selbst.

Kursdauer des US Foreign Service Institute nach Sprachkategorie und dieselben Unterrichtsstunden bei 30 Minuten am Tag
Sprachen (FSI-Kategorie)FSI-Zeit bis zum BerufsniveauBei 30 Minuten am Tag
Italienisch, Portugiesisch (I)24 Wochen, etwa 552 UnterrichtsstundenEtwa 3,0 Jahre
Spanisch, Französisch (I)30 Wochen, etwa 690 UnterrichtsstundenEtwa 3,8 Jahre
Deutsch (II); Polnisch, Russisch (III)Deutsch etwa 36 Wochen (828 Stunden); Polnisch und Russisch etwa 44 Wochen (1.012 Stunden)Etwa 4,5 Jahre; etwa 5,5 Jahre
Japanisch, Koreanisch, Mandarin (IV)88 Wochen, etwa 2.200 UnterrichtsstundenEtwa 12 Jahre

Zwei Vorbehalte. Die Stunden gelten für Menschen mit Englisch als Erstsprache und für ein berufliches Niveau weit über Urlaubsgesprächen – brauchbares Können kommt Jahre früher. Und viele Artikel nennen für die leichtesten Sprachen noch 600–750 Stunden; die Seite des US-Außenministeriums gibt heute 552–690 Unterrichtsstunden an, auf Basis von 23 Unterrichtsstunden pro Woche.

Wo LearnScreen hineinpasst

LearnScreen arbeitet an der Ebene, die das Alter am wenigsten begrenzt: Wortschatz, wiederholt in kurzen, verteilten Momenten. Akzent und Aussprache trainiert die App nicht, und sie hat keine Audiofunktion.

1

Eine Wortkarte statt des Feeds

Über Apples Bildschirmzeit-API sperrt LearnScreen die Apps, die du auswählst. Öffnest du eine, kommt zuerst eine Vokabelkarte; beantwortest du sie, ist die App eine Weile frei – je nach Einstellung von 15 Minuten bis zu ein paar Stunden – und sperrt sich danach von selbst wieder.

2

Abstände nach SM-2

Die Wiederholungen folgen dem SM-2-Plan: zuerst nach 1, 3 und 9 Tagen, danach mit Abständen, die mit einem Leichtigkeitsfaktor multipliziert werden. Ein Wort gilt als gelernt, sobald sein Abstand 21 Tage erreicht. Der Plan richtet sich nach deinen Antworten, nicht nach deinem Alter.

3

Kuratierte Wörter und deine eigenen

Jede der 11 Sprachen bringt 1.080 kuratierte Wörter in 18 Themenordnern mit, und du kannst unbegrenzt eigene Wörter hinzufügen – etwa die aus deinem Volkshochschulkurs oder aus dem Job.

  • Elf Sprachen. Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Polnisch, brasilianisches Portugiesisch, Russisch und Chinesisch.
  • Kein zusätzlicher Lerntermin. Wiederholt wird, wenn du eine gesperrte App öffnest; es hängt also nicht davon ab, in einer vollen Woche freie Zeit zu finden.
  • Offline, ohne Konto. Karten und Sperren funktionieren ohne Verbindung; die optionale Sicherung geht in deine eigene iCloud.
  • 7 Tage kostenlos testen. Danach ist LearnScreen ein Monats- oder Jahresabo; den Preis in deiner Währung zeigt der App Store.

Wo die Wörter auftauchen

Bildschirme aus der App: die Karte auf einer gesperrten App, die App-Auswahl, die Sprachwahl und dein Fortschritt.

Gesperrte App, die statt des Feeds eine Vokabelkarte zeigt Auswahl der Apps und Kategorien, die gesperrt werden, damit jedes Öffnen eine Wiederholung auslöst Die elf Sprachen, die als Lernziel zur Verfügung stehen Fortschrittsansicht mit den Wörtern, die bereits genug Wiederholungen gesammelt haben

Weiterlesen

Häufige Fragen

Ist man mit 30 zu alt, um eine Sprache zu lernen?
Nein. In der Studie von Johnson und Newport (1989) mit Menschen, die zwischen 3 und 39 Jahren in die USA kamen, hingen die Ergebnisse derer, die nach der Pubertät kamen, nicht vom Einreisealter ab. Hartshorne und Kollegen (2018) fanden zudem, dass Immersionslernende, die Ende 20 begannen, am Ende die jüngsten Muttersprachler der Stichprobe übertrafen. Mit 30 ist ein Akzent wahrscheinlich, Flüssigkeit aber gut erreichbar.
Kann man mit 40 oder 50 noch eine neue Sprache lernen?
Ja. Das Arbeitsgedächtnis erreicht sein Maximum um 30, der Wortschatz folgt ihm nicht: Im Web-Datensatz von Hartshorne und Germine (2015) lag das Wortschatz-Maximum um 65. Mit 40 oder 50 ändert sich vor allem die Methode. Kürzere Einheiten mit verteilten Wiederholungen passen besser als langes Pauken, und verteiltes Üben hilft in jedem Alter (Cepeda et al., 2006).
Lernen Kinder Sprachen schneller als Erwachsene?
Am Anfang nicht. In der Studie von Snow und Hoefnagel-Höhle (1978) mit Englischsprechenden, die Niederländisch lernten, kamen 12- bis 15-Jährige und Erwachsene in den ersten Monaten am schnellsten voran, und Drei- bis Fünfjährige schnitten in jedem Test am schlechtesten ab. Der Vorteil der Kinder ist das Endniveau nach vielen Jahren Immersion, vor allem bei Akzent und feiner Grammatik.
Kann man als Erwachsener seinen Akzent loswerden?
Ganz selten vollständig. Flege, Munro und MacKay (1995) fanden, dass sehr wenige, die nach dem 15. Lebensjahr mit Englisch begannen, im muttersprachlichen Bereich lagen. Das Lernalter erklärte 59 % der Unterschiede im Akzent, der Sprachgebrauch weitere 15 % – Üben hilft also. Die meisten Zuhörer brauchen nur klare Aussprache, und ein Akzent verhindert die nicht.
Wie lange braucht ein Erwachsener, um eine Sprache zu lernen?
Für berufliche Arbeitskompetenz plant das Foreign Service Institute der USA für Englischsprechende etwa 552–690 Unterrichtsstunden für Spanisch, Französisch, Italienisch oder Portugiesisch, etwa 1.012 für Polnisch oder Russisch und etwa 2.200 für Japanisch, Koreanisch oder Mandarin. Das sind Vollzeitkurse mit Selbststudium obendrauf. Gesprächsfähigkeit kommt deutlich vor diesem Niveau.
Ist man mit 18 zu alt für eine neue Sprache?
Nein. Hartshorne und Kollegen (2018) setzten den Beginn des Rückgangs beim Grammatiklernen bei etwa 17,4 Jahren an, und danach verläuft er allmählich. Mit 18 ist ein sehr hohes Niveau weiter erreichbar; nur in jedem Detail als Muttersprachler durchzugehen, wird unwahrscheinlich.

Quellen

  1. Hartshorne, J. K., Tenenbaum, J. B., & Pinker, S. (2018). A critical period for second language acquisition: Evidence from 2/3 million English speakers. Cognition, 177, 263–277.
  2. Johnson, J. S., & Newport, E. L. (1989). Critical period effects in second language learning: The influence of maturational state on the acquisition of English as a second language. Cognitive Psychology, 21(1), 60–99.
  3. Snow, C. E., & Hoefnagel-Höhle, M. (1978). The critical period for language acquisition: Evidence from second language learning. Child Development, 49(4), 1114–1128.
  4. Flege, J. E., Munro, M. J., & MacKay, I. R. A. (1995). Factors affecting strength of perceived foreign accent in a second language. Journal of the Acoustical Society of America, 97(5), 3125–3134.
  5. Abrahamsson, N., & Hyltenstam, K. (2009). Age of onset and nativelikeness in a second language: Listener perception versus linguistic scrutiny. Language Learning, 59(2), 249–306.
  6. Brysbaert, M., Stevens, M., Mandera, P., & Keuleers, E. (2016). How many words do we know? Practical estimates of vocabulary size dependent on word definition, the degree of language input and the participant’s age. Frontiers in Psychology, 7, 1116.
  7. Hartshorne, J. K., & Germine, L. T. (2015). When does cognitive functioning peak? The asynchronous rise and fall of different cognitive abilities across the life span. Psychological Science, 26(4), 433–443.
  8. U.S. Department of State, Foreign Service Institute. Foreign Language Training: NFATC’s experience with language learning. Accessed 2026-10-28. Page
  9. Cepeda, N. J., Pashler, H., Vul, E., Wixted, J. T., & Rohrer, D. (2006). Distributed practice in verbal recall tasks: A review and quantitative synthesis. Psychological Bulletin, 132(3), 354–380.
  10. Reviews.org (2026). Cell Phone Usage Stats. Survey of ~1,000 US adults, fielded Q4 2025. Report

Vier Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen. Hartshorne und Kollegen haben englische Grammatik mit einem Online-Quiz gemessen, nicht Sprechen oder Wortschatz. Johnson und Newport haben 46 Personen getestet; ihr Befund nach der Pubertät ist ein Muster, keine präzise Kurve. Die FSI-Angaben gelten für Vollzeitkurse mit Ziel Berufsniveau, nicht für Gelegenheitslernende. Und die Zahlen zum Wortschatzwachstum beschreiben die Erstsprache von Muttersprachlern: Sie zeigen, dass Wortlernen mit dem Alter weitergeht, nicht wie schnell eine Fremdsprache wächst. Wo diese Seite einen Befund auf deine Lage überträgt, ist das eine Schlussfolgerung.

Es ist nicht zu spät. Fang mit den Wörtern an.

Wortschatz ist der Teil, den das Alter am wenigsten begrenzt. LearnScreen wiederholt ihn auf den Bildschirmen, die du ohnehin öffnest.

Im App Store laden